Pfarreikonferenz zum Pfarreientwicklungsprozess

Koordinierungsgruppe stellt ihre Ergebnisse vor - Großes Interesse und lebhafte Diskussion

Das Bistum Essen hat vor 1½ Jahren alle Pfarreien aufgefordert, einen Pfarreientwicklungsprozess zu beginnen, in dem die pastorale und wirtschaftliche Zukunft der Pfarrei bis zum Jahr 2020/2030 in den Blick genommen werden soll und anschließend notwendige Veränderungen umgesetzt werden. Im November 2014 sind dann die notwendigen Einsparziele - bis 2020 30%, später weitere 20%, also zusammen 50% Einsparvolumen bis 2030 - genannt worden. 

In St. Cyriakus hat seit 2014 eine Koordinierungsgruppe aus je drei Mitgliedern von Pfarrgemeinderat, Kirchenvorstand und Pastoralkonferenz – begleitet von Beratern des Bistums Essen – errechnet, was passieren würde, wenn die Pfarrei jetzt nichts unternimmt, um die Zukunft und den Entwicklungsprozess der Pfarrei aktiv zu gestalten: „Wenn wir so weitermachen wie bisher, wäre bis zum Jahr 2025 unserer Vermögen aufgebraucht“, sagte Propst Neumann am 20.10.2015 auf der großen Pfarreikonferenz im Pfarrsaal, an der rund 180 interessierte Personen teilgenommen haben. Hier wurden die erarbeiteten Vorschläge vor- und zur Diskussion gestellt.

Erst in einem weiteren Schritt sollen Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat Beschlüsse fassen. „Es geht uns um die größtmögliche Transparenz und darum, die Öffentlichkeit so früh wie möglich mitzunehmen“, betonte Propst Paul Neumann. „Was ist bisher übersehen worden?“, fragte er die Anwesenden. Allerdings sind durch die Einsparvorgaben des Bistums die Gestaltungsspielräume eingeschränkt.  Ohne Veränderungen läge der der jährliche Verlust betrüge ab 2030 bei ca. 500.000 Euro. Die Koordinierungsgruppe hat einen Vorschlag erarbeitet, der das verhindern soll. Personalkosten sollen reduziert werden, aber niemand soll entlassen werden. Die Reduzierung von ca. 10 auf ca. 6 Planstellen soll passieren, wenn Mitarbeiter in Ruhestand gehen. Die größten Einschnitte freilich sind im Bereich der Immobilien möglich - und auch geplant. „Aber wir bleiben in der Fläche präsent, wollen Kirche vor Ort sein“, betonte Propst Neumann.

Die Pfarrkirche St. Cyriakus - mit mehr als 850jähriger Geschichte und zentral in der Fußgängerzone gelegen - soll dauerhaft erhalten werden. Das Katholische Stadthaus - schon heute nur noch in Teilen genutzt und großer Verlustbringer - soll möglichst bald verkauft werden; als Ersatz ist ein neues Pfarrzentrum direkt neben der Kirche, am Kirchplatz 2 und 3, geplant. Allerdings ist der Verkauf des "alten" Komplexes" nicht einfach; wie den Medien zu entnehmen war, sind gerade Verhandlungen mit einem Investor wegen unterschiedlicher Vorstellungen über die Weiternutzung gescheitert. Aufgrund der räumlichen Nähe zur Pfarrkirche soll die Kirche Herz Jesu an der Brauerstraße mittelfristig aufgegeben werden. Schon früher aufgegeben werden sollen Kirche und Gemeindeheim St. Elisabeth an der Eichenstraße.

Die pastorale Zukunft im Stadtteil Fuhlenbrock wurde auf der Versammlung kontrovers diskutiert. Der Plan der Koordinierungsgruppe sieht vor, St. Ludgerus an der Birkenstraße zu erhalten, während die Kirche St. Bonifatius aufgegeben würde. Der Standort St. Ludgerus böte - auch durch das Gemeindeheim, das saniert werden soll, sowie das große Außengelände - viele Möglichkeiten für pas­torale Aktivitäten. Das Gemeindeheim St. Bonifatius hingegen soll - ähnlich wie bereits heute das Barbaraheim am Unterberg - in der heutigen Form weiter betrieben werden. Beide Heime blieben für die Pfarrei kostenneutral, weil sie schon heute von einem Förderverein getragen werden. 

Gottesdienste sollen außerdem stattfinden in der Kapelle im Caritas-Zentrum St. Teresa am Köllnischen Wald, in der Kirche St. Suitbert in Vonderort, die schon seit einiger Zeit einem privaten Investor gehört und von der Pfarrei angemietet ist, sowie in den Krankenhauskapellen im Marienhospital und im Knappschaftskrankenhaus. 

Auf der Versammlung kamen in einer lebhaften Diskussion viele weitere Vorschläge auf, die nun durch die Koordinierungsgruppe bewertet und wenn möglich in den Plan mit eingearbeitet werden. Unter anderem wurde auch eine stärkere Kooperation mit der Nachbarpfarrei St. Joseph angeregt, wo man zurzeit noch am Anfang des Entwicklungsprozesse steht.


Einladung zur Versammlung